+In einem Dorf leben zwei böse Knaben.
Sie wollten den alten Mann im Dorf auf die Probe stellen und testen ob er wirklich alles weiß.

Sie fingen einen Vogel.

Der eine Knabe hält den lebenden Vogel in der Hand,
er sagt zum anderen Knaben:"Ich frage den alten Mann, ob der Vogel lebt oder tot ist. Wenn er sagt das der Vogel lebt, dann drücke ich zu und er ist tot. Wenn er jedoch sagt der Vogel ist tot, öffne ich die Hand und lasse ihn fliegen."

Gesagt, getan. Die beiden gehen zum alten, wesen Mann und stellen ihn die Frage. Der alte weise Mann überlegt sehr lange. Dann sagt er zu den Knaben:

"Es liegt in deiner Hand."

 

 

Das schöne Herz

 

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, daß er das schönster Herz im ganzen Tal habe.Eine große Menge sammelte sich und alle bewunderten seine Herz, denn es war perfekt.
Es gab keine Macken oder Unebenheiten daran. Ja, sie alle gaben ihm recht, Es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und gab noch lauter mit seinem schönen Herzen an.
Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte,"nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines." Die Menge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt worden und durch andere ersetzt worden waren, aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranzte Ecken. Genauer an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten.
Die Leute starrten ihn an-- Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?
Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte; " Du musst scherzen" sagte er " Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Kuddelmuddel aus Narben und Tränen"
"Ja" sagte der alte Mann "deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe- Ich reiße ein Stück meines Herzens herraus und reiche es ihnen, und ofte geben sie mir ein Stück ihres Herzens, daß in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau gleich sind, habe ich einige rauhe Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.
Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben ohne daß mir der Andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen.--- Liebe geben heißt eine Chance wahrzunehmen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich and die Liebe , die ich für diese Menschen empfinde. Und ich hoffe, daß sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden.
Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"

Der junge man stand still da und Tränen rannen über seine Wangen.Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück herraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, tat es in seine Herz.Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte, nicht perfekt, da es einige ausgefranzte Ecken hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fliessen. Sie umarmten sich und gingen Seite an Seite davon.

Die Gefühle der Menschen

Vor langer, langer Zeit existierte eine Insel,
auf der alle Gefühle der Menschen lebten:

die gute Laune, die Traurigkeit, das Wissen,
und so wie alle anderen Gefühle, auch die Liebe.

Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt,
dass die Insel sinken würde. Also bereiteten
alle ihre Schiffe vor und verließen die Insel.

Nur die Liebe wollte bis zum letzten Moment
warten. Bevor die Insel sank, bat die Liebe
um Hilfe :

Der Reichtum fuhr auf einem luxuriösen
Schiff an der Liebe vorbei. Sie fragte :

"Reichtum, kannst du mich mitnehmen ?"

"Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff
habe ich viel Gold und Silber. Da ist kein
Platz für dich."

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf
einem wunderbaren Schiff vorbeikam :

"Stolz, ich bitte dich, kannst du mich mitnehmen ?"

"Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen..."
antwortete der Stolz, "hier ist alles perfekt.
Du könntest mein Schiff beschädigen."

Also fragte die Liebe die Traurigkeit,
die an ihr vorbei ging :

"Traurigkeit, bitte, nimm mich mit"

"Oh Liebe", sagte die Traurigkeit, "ich bin
so traurig, dass ich alleine bleiben muss."

Auch die gute Laune ging an der Liebe vorbei,
aber sie war so zufrieden, dass sie nicht hörte,
dass die Liebe sie rief.

Plötzlich sagte eine Stimme :
" Komm Liebe, ich nehme dich mit "

Es war ein Alter, der sprach. Die Liebe war
so dankbar und so glücklich, dass sie vergaß
den Alten nach seinem Namen zu fragen. Als
sie an Land kamen, ging der Alte fort.

Die Liebe bemerkte, dass sie ihm viel
schuldete und fragte das Wissen :

"Wissen, kannst du mir sagen,
wer mir geholfen hat ?"

"Es war die Zeit" antwortete das Wissen.

"Die Zeit ?"fragte die Liebe, "Warum
hat die Zeit mir geholfen ?"

Und das Wissen antwortete : "Weil
nur die Zeit versteht, wie wichtig
die Liebe im Leben ist."

 

 

Der Frosch

Es war einmal eine Gruppe von Fröschen, die einen Wettlauf machen wollten. Ihr Ziel war es, die Spitze eines hohen Turmes zu erreichen.
Viele Zuschauer hatten sich bereits versammelt, um diesen Wettlauf zu sehen und sie anzufeuern. Das Rennen konnte beginnen.

Ehrlich gesagt: Von den Zuschauern glaubte niemand so recht daran, dass es möglich sei diesen hohen Gipfel zu erreichen.

Alles was man hören konnte waren Aussprüche wie: ,,Ach, das ist bestimmt viel zu anstrengend! Die werden sicher nie da oben ankommen!" oder: ,,Das können sie gar nicht schaffen, der Turm ist viel zu hoch!"

Die Frösche hörten das und begannen zu resignieren................

Außer einem, der kraftvoll weiter kletterte.

Die Leute riefen weiter: ,,Das ist doch viel zu anstrengend! Das kann niemand schaffen!" Immer mehr Frösche verließ die Kraft und sie gaben schliesslich auf.............

Nur der eine Frosch kletterte immer noch weiter... ER wollte einfach nicht aufgeben! Es hatten alle aufgehört, weiterzuklettern, außer diesem einen Frosch, der mit enormem Kraftaufwand als Einziger den Gipfel des Turmes erreichte!

Jetzt wollten die anderen Frösche natürlich wissen, wie er das denn schaffen konnte! Einer von ihnen ging auf ihn zu, um ihn zu fragen wie er es geschafft hatte, diese enorme Leistung zu bringen und bis ans Ziel zu kommen. Es stellte sich heraus...........

Der Gewinner war T A U B !

Und die Moral von der Geschichte:

Höre niemals auf Leute, die die schlechte Angewohnheit haben, immer negativ und pessimistisch zu sein.............denn sie stehlen Dir Deine schönsten Wünsche und Hoffnungen, die Du in Deinem Herzen trägst!

Denke immer an die Macht der Worte, denn alles was Du hörst und liest, beeinflusst Dich in Deinem Tun!

Daher: Sei immer P O S I T I V ! Und vor allem: Sei einfach TAUB, wenn jemand Dir sagt, dass DU Deine Träume nicht realisieren kannst!

Denke immer daran: Auch D U kannst e s schaffen!

 

Für Jemanden bist auch Du etwas Besonderes


Ein Geschäftsinhaber hatte ein Schild über seine Tür genagelt, darauf war zu lesen

"Hundebabys zu verkaufen."

Dieser Satz lockte Kinder an. Bald erschien ein kleiner Junge und fragte,

"Für wie viel verkaufen sie die Babys?" Der Besitzer meinte "zwischen 30 u. 50 Dollar“.

Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog etwas Wechselgeld heraus. "Ich habe 2,37 Dollar, kann ich mir sie anschauen?" Der Besitzer grinste und pfiff.

Aus der Hundehütte kam seine Hündin namens Lady, sie rannte den Gang seines Geschäfts hinunter, gefolgt von fünf kleinen Hundebabys.

Eins davon war einzeln, ersichtlich weit hinter den Anderen.

Sofort sah der Junge den humpelnden Kleinen.

Er fragte, "was fehlt diesem kleinen Hund?"

Der Mann erklärte, dass als der Kleine geboren wurde, der Tierarzt meinte, er habe ein kaputtes Gelenk und wird für den Rest seines Lebens humpeln.

Der kleine Junge, richtig aufgeregt, meinte, "den kleinen Hund möchte ich kaufen!"

Der Mann antwortete, "nein, den kleinen Hund möchtest du nicht kaufen. Wenn Du ihn wirklich möchtest, dann schenke ich ihn Dir."

Der kleine Junge war ganz durcheinander. Er sah direkt in die Augen des Mannes und sagte: "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Er ist ganz genauso viel wert wie die anderen Hunde und ich will für ihn den vollen Preis zahlen. Ich gebe ihnen jetzt die 2,37 Dollar und 50 Cents jeden Monat, bis ich ihn bezahlt habe.

Der Mann entgegnete, "du musst diesen Hund wirklich nicht bezahlen, mein Sohn. Er wird niemals rennen, hüpfen und spielen können wie die anderen kleinen Hunde.

Der kleine Junge langte nach unten und krempelte sein Hosenbein hinauf, und zum Vorschein kam sein schlimm verkrümmtes, verkrüppeltes linkes Bein, geschient mit einer dicken Metallstange. Er sah zu dem Mann hinauf und sagte, "Na ja, ich kann auch nicht so gut rennen und der kleine Hund braucht jemanden, der Verständnis für ihn hat.

Der Mann biss sich auf seine Unterlippe. Tränen stiegen in seine Augen, er lächelte und sagte, "Mein Sohn, ich hoffe und bete, dass jedes einzelne dieser kleinen Hundebabys einen Besitzer wie dich haben wird."

Im Leben kommt es nicht darauf an wer du bist; sondern dass jemand dich dafür schätzt, was du bist, dich akzeptiert und liebt!!!

Arme Leute

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben.
Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.

Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: "Wie war dieser Ausflug?"
"Sehr interessant!" antwortete der Sohn.
"Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?"
"Oh ja, Vater, das habe ich gesehen."
"Was hast du also gelernt?" fragte der Vater.

Und der Sohn antwortete:
"Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier.
Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört.
Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne.
Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont."

Der Vater war sprachlos.

Und der Sohn fügte noch hinzu: "Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."

Die Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer
zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen.


Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?" Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war. "Ach die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen. "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.


"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet." "Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"

"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

"Ich.....ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme. Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt." Die Traurigkeit seufzte tief.

Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.


"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Dir Traurigkeit schluckte schwer.

"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapap, dass Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe.

Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."


"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine besonders dünne Haut.


Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg.

Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.


"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt." Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber... aber - wer bist eigentlich du?" "Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. "Ich, ich bin die Hoffnung."

 

Freunde

Eines Tages, ich war gerade das erste Jahr auf der High School,
sah ich ein Kind aus meiner Klasse nach Hause gehen.
Sein Name war Kyle.
Es sah so aus, als würde er alle seine Bücher mit sich tragen. Ich dachte mir:
"Warum bringt wohl jemand seine ganzen Bücher an einem Freitag nach Hause?
Das muss ja ein richtiger Dummkopf sein."
Mein Wochenende hatte ich schon verplant (Partys und ein Fußballspiel mit meinen Freunden morgen
Nachmittag), also zuckte ich mit den Schultern und ging weiter.
Als ich weiter ging, sah ich eine Gruppe Kinder in seine Richtung laufen.
Sie rempelten ihn an, schlugen ihm seine Bücher aus den Armen und schubsten ihn so dass er in den Schmutz fiel.
Seine Brille flog durch die Luft, und ich beobachtete, wie sie etwa drei Meter neben ihn im Gras landete.
Er schaute auf und ich sah diese schreckliche Traurigkeit in seinen Augen.
Mein Herz wurde weich.
Ich ging zu ihm rüber, er kroch am Boden umher und suchte seine Brille, und ich sah Tränen in seinen Augen.
Als ich ihm seine Brille gab, sagte ich: "Diese Typen sind Blödmänner.
Er schaute zu mir auf und sagte: "Danke!"
Ein großes Lächeln zierte sein Gesicht. Es war eines jener Lächeln, die wirkliche Dankbarkeit zeigten.
Ich half ihm seine Bücher aufzuheben und fragte ihn wo er wohnt.
Es stellte sich heraus, dass er in meiner Nähe wohnt, also fragte ich ihn, warum ich ihn vorher nie gesehen habe.
Er erzählte mir, dass er zuvor auf eine Privatschule ging.
Ich hatte mich nie mit einem Privat-Schul-Kind abgeben.
Den ganzen Nachhauseweg unterhielten wir uns; und ich trug seine Bücher.
Er war eigentlich ein richtig cooler Kerl.
Ich fragte ihn, ob er Lust hatte mit mir und meinen Freunden am Samstag Fußball zu spielen.
Er sagte zu.
Wir verbrachten das ganze Wochenende zusammen, und je mehr ich Kyle kennen lernte, desto mehr mochte ich ihn.
Und meine Freunde dachten genauso über ihn.
Es begann der Montag Morgen, und auch Kyle mit dem riesigen Bücherstapel war wieder da.
Ich stoppte ihn und sagte: "Oh Mann, mit diesen ganzen Büchern wirst du eines Tages noch mal richtige Muskeln bekommen". Er lachte und gab mir einen Teil der Bücher.
Während der nächsten vier Jahre wurden Kyle und ich richtig gute Freunde.
Als wir älter wurden, dachten wir übers College nach.
Kyle entschied sich für Georgetown, und ich mich für Duke.
Ich wusste, dass wir immer Freunde sein werden, und diese Kilometer zwischen uns
niemals ein Problem darstellen würden.
Er wollte Arzt werden und ich hatte vor eine Fußballer-Karriere zu machen.
Kyle war Abschiedsredner unserer Klasse.
Ich neckte ihn die ganze Zeit, indem ich sagte, er sei ein Dummkopf.
Er musste eine Rede für den Schulabschluss vorbereiten.
Ich war so froh, dass ich nicht derjenige war, der sprechen musste.
Am Abschlusstag, ich sah Kyle. Er sah großartig aus.
Er war einer von denen, die während der High School zu sich selber finden und ihren eigenen Stil entwickeln.
Er hatte mehr Verabredungen als ich und alle Mädchen mochten ihn.
Manchmal war ich richtig neidisch auf ihn.
Heute war einer dieser Tage. Ich konnte sehen, dass er wegen seiner Rede sehr nervös war.
Ich gab ihm einen Klaps auf den Hintern und sagte: "Hey, großer Junge, du wirst großartig sein!"
Er sah mich mit einem jener Blicke (die wirklich dankbaren) an und lächelte. "Danke," sagte er.
Als er seine Rede begann, räusperte er sich kurz, und fing an. "Der Abschluss ist eine Zeit, um denen zu danken,
die dir halfen, diese schweren Jahre zu überstehen. Deinen Eltern, Deinen Lehrern, Deinen Geschwistern,
vielleicht einem Trainer... aber am meisten Deinen Freunden. Ich sage euch, das beste Geschenk,
dass ihr jemandem geben könnt, ist eure Freundschaft. Lasst mich euch eine Geschichte erzählen".
Ich schaute meinen Freund etwas ungläubig an, als er von dem Tag erzählte, an dem wir uns das erste mal trafen.
Er hatte geplant, sich an diesem Wochenende umzubringen.
Er erzählte weiter, dass er seinen Schrank in der Schule ausgeräumt hat,
so dass seine Mutter es später nicht tun musste, und trug sein Zeug nach Hause.
Er schaute mich an und lächelte. "Gott sei Dank, ich wurde gerettet.
Mein Freund hat mich von dieser unsäglichen Sache bewahrt.
"Ich konnte spüren, wie die Masse den Atem anhielt als dieser gutaussehende, beliebte Junge
uns von seinem schwächsten Augenblick im Leben erzählte.
Ich bemerkte wie seine Mutter und sein Vater lächelnd zu mir herüber sahen, genau das selbe, dankbare Lächeln.
Niemals zuvor spürte ich solch eine tiefe Verbundenheit.


Unterschätze niemals die Macht Deines Handelns.
Durch eine kleine Geste kannst du das Leben einer Person ändern.


Zum Guten oder zum Bösen.
Die Schöpfung setzt uns alle ins Leben des anderen,
um uns gegenseitig zu beeinflussen, auf jede Art und Weise.
Sieh' das Gute in anderen.

Der Kampf

Auf einem Schlachtfeld standen sich 5 Männer gegenüber. Nur einer von ihnen konnte den Kampf gewinnen. So trat der erste, ein kleiner unscheinbarer Wicht, hervor und schrie „Wer von euch, will mich herausfordern?“. Die anderen 4 sahen sich an, berieten sich, und entschieden wer von ihnen als ersten gegen den Wicht antreten soll.
Also ging der erste der vier auf das Feld. Er war gewandet in edelstes Gold, sein Schwert war mit Diamanten besetzt, er war größer als ein Bär und stärker als 10 Männer. Er sprach zu dem Wicht: „Ich werde dich besiegen, mit nur einem Hieb. Du wirst mich nie treffen mit deinem kleinen Holzschwert.“ Und erhob sein Schwert. Man sah nicht, wie er getroffen wurde, denn ein gleißendes Licht erhellte das Schlachtfeld, und doch lag er besiegt am Boden. Sein Name war Stolz.
Nun ging der Zweite zu dem Wicht. Gekleidet in Lumpen und ausgebildet im Kampf der Gosse. Er sprach zu dem Wicht: „Du wirst mich nie besiegen. Gegen mich ist kein Kraut gewachsen, ich bringe die stärksten Männer zu Boden, da kann mich so ein kleiner Wicht wie du doch nicht besiegen.“ Und er holte zum Schlag aus und wieder erhellte dieses seltsame Licht das Feld und er lag am Boden, besiegt. Sein Name war Trauer.
Danach ging der dritte Kämpfer auf das Feld. Er zitterte vor Erregung, konnte sich kaum halten und schwang seine Streitaxt wild um sich und er schrie: „Du Wicht! Du kleiner Wicht! Niemals wirst du mir entkommen. Ich werde dich in Stücke schlagen mit meiner Axt!“. So lief er auf den Wicht zu, schwang seine Axt und holte zum Schlag aus. Doch wieder erhellte ein Licht das Schlachtfeld und als man wieder sehen konnte, lag er am besiegt Boden. Sein Name war Wut.
Nun betrat der letzte Kämpfer das Feld. Er war unbewaffnet und trug auch keine Rüstung zum Schutz. Langsam ging er auf den Wicht zu, öffnete den Mund und sprach: „Ich brauche keine Waffen. Du kannst mich nicht besiegen, denn wir haben die gleiche Mutter. Ich bin so stark wie du.“ Als er seine Worte beendet hatte, überzog plötzlich eine Dunkelheit das Schlachtfeld. Man konnte die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Nur ein kleiner Lichtpunkt war noch zu sehen. Der kleine Wicht schien verloren, doch das Licht wurde immer heller und größer, bis die Dunkelheit verschwand und der letzte Kämpfer am Boden lag. Sein Name war Hass.
So stand er da, der kleine Wicht, mit seinem Holzschwert und begann zu leuchten. Er wurde immer größer und größer, bis er schließlich zu dem schönsten Wesen auf Erden wurde. Sein Name war Liebe.

Doch völlig unbemerkt, hatte noch ein sechster Mann, die Kämpfe beobachtet. Er flüsterte: „Liebe, du meinst du bist der Schönste und Stärkste, doch hüte dich vor mir. Denn wenn du mich herausforderst, wirst du verlieren.“ Sein Name war Gleichgültigkeit.

By Bomber

+++++++++++++++++++++

Über Frieden

Jetzt werde ich eine kleine Geschichte erzählen. Ich hörte sie selbst vor langer Zeit, eine alte Dame erzählte sie mir und ich habe sie niemals vergessen. Sie ging so – wenn ich mich recht erinnere:
„Ich war jung zu jener Zeit, als fast alle Kinder oft geschlagen wurden. Man hielt es für nötig, sie zu schlagen, denn sie sollten artig und gehorsam werden. Alle Mütter und Väter sollten ihre Kinder schlagen, sobald sie etwas getan hatten, von dem Mütter und Väter meinten, dass Kinder es nicht tun sollten. Mein kleiner Junge, Johan, war ein artiger und fröhlicher kleiner Kerl und ich wollte ihn nicht schlagen. Aber eines Tages kam die Nachbarin zu mir herein und sagte, Johan sei in ihrem Erdbeerbeet gewesen und habe Erdbeeren geklaut und bekäme er jetzt nicht seine Schläge, würde er wohl ein Dieb bleiben sein Leben lang. Mit Müttern ist es nun einmal so, dass ihnen angst und bange wird, wenn jemand kommt und sich über ihre Kinder beschwert. Und ich dachte: Vielleicht hat sie Recht, jetzt muss ich Johan wohl eine Tracht Prügel verpassen.
Johan saß da und spielte mit seinen Bausteinen – er war ja damals erst fünf Jahre alt – als ich kam und sagte, dass er nun Prügel bekäme und dass er selbst hinausgehen solle um eine Rute abzuschneiden. Johan weinte, als er ging. Ich saß in der Küche und wartete. Es dauerte lange, bis er kam und weinen tat er noch immer, als er zur Tür hereinschlich. Aber Rute hatte er keine bei sich.
„Mama“, sagte er schluchzend, „ich konnte keine Rute finden, aber hier hast du einen Stein, den du auf mich werfen kannst!“ Er reichte mir einen Stein, den größten, der in seiner kleinen Hand Platz fand. Da begann auch ich zu weinen, denn ich verstand auf einmal, was er sich gedacht hatte: Meine Mama will mir also weh tun und das kann sie noch besser mit einem Stein.
Ich schämte mich. Und ich nahm ihn in die Arme, wir weinten beide soviel wir konnten und ich dachte bei mir, dass ich niemals, niemals mein Kind schlagen würde. Und damit ich es ja nicht vergessen würde, nahm ich den Stein und legte ihn in ein Küchenregal, wo ich ihn jeden Tag sehen konnte und da lag er so lange, bis Johan groß war. Dieb wurde keiner aus ihm. Das hätte ich gerne meiner Nachbarin erzählen mögen, aber sie war schon lange fortgezogen.“
Ja, so sprach die alte Dame, die mir dies alles erzählte, als ich noch sehr jung war. Und ich weiß noch, dass ich mir dachte: Ich werde meine Kinder auch nicht schlagen, sollte ich welche bekommen. Ich bekam zwei Kinder und ich schlug sie niemals. Trotzdem wurden gute Menschen aus ihnen. Und auch sie schlagen ihre Kinder nicht.
Warum erzähle ich das alles? Es sollte ja vom Frieden die Rede sein. Ich glaube, das tut es auch. In gewisser Weise. Immer noch gibt es viele Mütter und Väter auf der Welt, die ihre Kinder schlagen und glauben, das sei gut. Sie meinen, Kinder würden artig und gehorsam durch die Schläge. Aber stattdessen werden sie zu solchen Menschen, die gerne selber andere schlagen und weitermachen damit, wenn sie groß sind. Denn wie sollte einer, der sich als Kind an die Gewalt gewöhnt hat, zu einem friedlichen Menschen heranwachsen?
Und wie soll es Frieden geben in der Welt, wenn es keine friedfertigen Menschen gibt? Zu Hause, in den Wohnungen, da muss der Friede beginnen. Ich glaube, es wäre gut, wenn ein Stein in den Küchenregalen läge, fast überall auf der Welt, als Erinnerung: Schluss mit der Gewalt!
Ich kenne eine Menge Staatsmänner und Politiker, die einen solchen Stein auf dem Küchenregal haben sollten. Aber dann würden sie vielleicht bloß die Steine nehmen und hinausgehen und einander die Schädel damit einschlagen. Denn glaubt man an Gewalt, dann handelt man auch so!

Astrid Lindgren

Quelle: 55 gewöhnliche und ungewöhnliche, auf jeden Fall aber kurze und Kürzestgeschichten; herausgegeben von Rainer Siegle und Jürgen Wolff, Stuttgart 1987
 

 

 

 

 

 


Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!